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Kabul, ich komme wieder

Kabul, ich komme wieder

Genre: Sachbuch/Politik, Gesellschaft

Preis: 13,00 €
Format: A5
Umfang: 272 Seiten
20 Fotografien (s/w)
Softcover
Autor: Boris Barschow
Covergestaltung: Christoph Schieder
ISBN: 978-3-939912-01-9
vive!verlag 2. Auflage 2008

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Presse:
Pressespiegel

[Gesellschaftsliteratur]

Boris Barschow, seit 2001 ZDF-heute-journal Redakteur und Reporter, Jahrgang 1967, ist mit Leib und Seele Journalist. Er geht Anfang 2007 nach Kabul. Nicht als Reporter, sondern als Soldat. Boris Barschow ist als Chefredakteur verantwortlich für die Herausgabe der NATO-Zeitung "Sada-e-Azadi" (Stimme der Freiheit), einer Zeitung, die alle zwei Wochen in einer Auflage von 390.000 Exemplaren in Afghanistan erscheint. Und er schrieb sein ganz persönliches Buch über ein außerordentliches Ergebnis…



Über den Künstler

Boris Barschow, Autor, Journalist & Redakteur, arbeitet seit 1994 für das ZDF & Phoenix.

Leseprobe

Es ist morgens gegen sechs Uhr, als ich von lautem Hundegebell aus dem Schlaf gerissen werde. Seit drei Wochen bin ich in Kabul, lebe in einem Zweimann-Container, fühle mich wie eine Öl-Sardine in ihrer Dose. Zwei Betten, zwei Schränke, zwei Bücherregale, ein Tisch und zwei Stühle. Das Ganze auf fünf mal zweieinhalb Metern. Enge. Ich liege am Fenster und kann durch das Fliegengitter auf den Hof schauen. Die Hunde bellen rund um die Uhr. Aber heute bellen sie irgendwie anders. Plötzlich übertönt eine Lautsprecheransage das Jaulen der herrenlosen Vierbeiner, die hinter der Mauer herumstreunen. Die Durchsage wird in einem stoischen Rhythmus wiederholt: „Go straight to the bunker. We’re having a rocket alarm. This is not an exercise.“ Ehe ich diesen Satz mit voller Wachheit wahrnehmen kann, klopft es an meiner Tür. Ein bis unter die Zähne bewaffneter britischer Soldat stürzt in mein Zimmer und schreit mich an, ich möge mich so schnell wie möglich in meinen mir zugewiesenen Bunker begeben. Es gebe einen scharfen Raketenalarm. Dies sei keine Übung, meint er noch und verschwindet. Auf dem Flur ein hektisches Durcheinander. Ehe ich begreife, was überhaupt los ist, steht Jörg in meiner Stube und erklärt mir, ich solle mich schnell anziehen, die kugelsichere Weste anlegen, Pistole, Gewehr und Munition mitnehmen und den Helm nicht vergessen. Ich hätte fünf Minuten Zeit dafür, so die Vorschriften. Gut, ich brauche 10 Minuten und folge der Masse wie ein Lemming. Was weiß ich, wo mein Bunker ist? Plötzlich wird mir richtig klar, wo ich bin. Ich bin 5000 Kilometer Luftlinie von dem Ort entfernt, an dem ich in der Regel in meinem klimatisierten Redaktionsbüro nüchtern und gelassen über die Katastrophen und Kriege dieser Welt berichte. Diese Emotionen, die ich jetzt fühle, konnte ich am Schneidetisch in Mainz noch nicht einmal erahnen.

Pressestimmen

Wolf von Lojewski: „An Afghanistan sind schon viele gescheitert: Briten, Russen, und Missionare aller Art. Kann die Bundeswehr es schaffen, eines Tages erhobenen Hauptes heimwärts zu ziehen? Täglich lesen wir von Entführungen und Attentaten. Eine Stammesgesellschaft bäumt sich dagegen auf, dem 21. Jahrhundert angepasst zu werden. Politiker, Journalisten und Fernsehzuschauer haben längst ihr Urteil über diesen Einsatz gefällt: Schnell raus, rufen die einen, Ausdauer und Geduld fordern die andern ein. Boris Barschow hat etwas für Journalisten Ungewöhnliches getan: Er hat sich eine Uniform angezogen und tauchte so in ein Krisengebiet ein. Verengt das den Blick? Vielleicht. Aber der Leser hat hier die Möglichkeit, einmal einen längeren, intensiveren Blick auf ein Land zu werfen, von dem es heißt, dort entscheide sich auch unser Schicksal. Aus einem Abenteuer entstand persönliche Beziehung – eine Art ` Kabul, mon amour...`“

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