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Berichtreihe, wie und mit welchen Hürden der Autor das Buch geschrieben hat. [9]

von Kansbar Wyderle 1 März 2010 One Comment
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Berichtreihe, wie und mit welchen Hürden der Autor das Buch geschrieben hat. [9]

Folge 9( erst Folge 8 lesen?)

Bildungsdünkel?
Müsste Leser abschrecken. Ein Probeleser fragte, ob da an der einen oder anderen Stelle ein Bildungsdünkel mitgeschleppt werde, ob die eine oder andere Anspielung nicht Unbelesenen unverständlich, Belesenen lächerlich vorkommen könnte.
Der Roman ist reich an Zitaten und verborgenen Andeutungen. Genaue Aufdeckung im Sinne eines wissenschaftlichen Anmerkungsapparates muss absolut verzichtbar sein. Der erfahrene Leser kann sich zusätzlich erfreuen: Ha, ich durchschaue dich, Erzähler! Der andere liest weiter und muss nichts vermissen.
Einige Motive werden funktional eingesetzt, so Faust-Gretchen, Effi Briest (Eheordnung), Novalis´ Brautfindung, Shakespeares und Fontanes Hexentanz im Sturm. Das Leporellomotiv des Don Giovanni wird spielerisch verwendet, und zwar als Gegenprogramm: die Liste des Wüstlings in der Hand des zögerlichen Protagonisten.

Zilpzalp verzählt im Weidenlaub
Kansbar Wyderle

Zilpzalp im Weidenlaub I - Ein Lebensroman

Ein unglaublicher Lebensroman von Kansbar Wyderle. 70 Jahre eines bewegten Lebens. Teils poetisch, philosophisch, berichtend, analysierend und äußerst informativ geschrieben.
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Laienhaft mögen die genauen Bildbeschreibungen real vorhandener Gemälde auf Kenner der bildenden Kunst wirken. Sie stehen für eine jeweils besondere Frauenbeziehung – Nolde, Chagall, Liebermann, Gicelli, Richter, Rousseau, Munch. Eisler. Umgreifend das Panorama zu den Bauernkriegen von Tübke in der Rotunde von Frankenhausen.

Mythen, Sagen und Märchen habe ich eingewebt in mein Erzählmuster, solche Fabulierpassagen machten Spaß beim Erfinden und Benutzen: 1001 Nacht, Eskimomärchen, Weltwunder wie der Leuchtturm von Pharos vor Alexandria. Es genügt die Lektüre des im Roman Erzählten, man muss nicht in die Bibliothek rennen.

Am liebsten habe ich an den fließenden Übergängen zwischen der scheinbar vertrauten realen Welt und Traumwelten gebastelt. Das Bild von Liebermann mit der weißen Frau auf der Bank unter blühenden Kastanien wird vom Protagonisten leibhaftig durchschritten hinein in eine überhöhte Liebesepisode. Und er kann direkt aus einem Bild von Eisler (Wiener Café) in die Donaustadt hinauseilen zum Ufer für eine Paddelfahrt als Zeitreise in tiefe Vergangenheit und Zukunft. Eine irreale Gondelfahrt auf den Kanälen Venedigs lässt den Wechsel der alternden Protagonisten mit ihren Jugendkörpern zu. Die Beschwörung eines Ortes und einer Person kann zu Dialogen mit Toten und Entschwundenen führen.

Junge und unerfahrene Leser sind, falls wirklich Bedarf bestehen sollte, findiger als Eltern und Großeltern im Umgang mit Google und Wikepedia.

Sie blättern nicht wie ich in alten staubigen Nachschlagebänden.

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