DIE GESCHICHTE ZUR GESCHICHTE (Pupsprinzessin)
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Tags: Humor, IKO, Kaffeetasse, Kurzgeschichten, Philosophie.
Angefangen hat alles, als meine Nichten noch klein waren – so zwischen fünf und zehn Jahre alt. Zu dieser Zeit war ich gerade „Popschtar“ bei der WEA und hatte schon deswegen bei ihnen einen Stein im Brett Aber noch viel wichtiger war, dass man mit mir immer Quatsch machen konnte.
Eines Tages wurde ich mal wieder von ihnen belagert und stand derart unter Druck, dass ganz spontan ein „Gerüst“ der kleinen Pupsprinzessin aus mir heraussprudelte, worüber sie sich kringelig lachen wollten. Es war völlig klar, dass ich daraus eine richtige Geschichte machen musste, und an dem darauf folgenden Weihnachten konnte ich jeder einzelnen ein selbstgefertigtes Büchlein mit integrierter Riechprobe überreichen. Diese bestand aus einem Stück parfümierter Wolltresse, die mit einem kleinen Silberfaden versehen war, damit man sie ganz leicht aus einer Zellophan-Tüte ziehen konnte, die hinten in das Büchlein rein getackert war. Zuerst gab es nur fünf Exemplare: Drei für sie, eins für eine weitere Nichte und eins für mich.
Doch plötzlich wollten alle eins haben – auch die Ewachsenen. Erst die Familie, dann die Freunde, und irgendwann riefen mich Leute an, die ich gar nicht kannte – Freunde von Freunden, „die mir auch etwas dafür geben würden, wenn ich ihnen bloß ein Exemplar zukommen lassen könnte.“ So tackerte ich um mein Leben, bis ich — angespornt durch die unerwartete Nachfrage – meinen ersten Versuch startete, einen Verlag für mein Pupsmärchen zu finden.
Die Glückssträhne sollte noch nicht abreißen, denn bereits nach Versenden des ersten Schwungs meldete sich der Eichborn-Verlag (ding-dong)! „Meine” Lektorin war hin und weg, und wir mailten uns jeden Tag etwas Nettes, um uns gegenseitig bei Laune zu halten. Dann fragte sie nach Illustrationen – ich schickte ihr drei Skizzen von Kay Czucha, der schon beim legendären Semmel-Verlach mehrere Bücher veröffentlicht hatte. Sie war hin und weg. Dann fragte sie nach farbigen Illustrationen – ich bat Kay, sich die Mühe zu machen, und reichte sein kleines Meisterwerk nach. Leider war sie jetzt nicht mehr hin und weg, sondern nur noch weg. Und ich musste erfahren, dass meine Lieblingslektorin im Rahmen einer großen Verlagskrise, die die gesamte Branche zum Wackeln brachte, wegrationalisiert wurde.
So gerieten wir alle in Vergessenheit – die Pupsprinzessin, meine Lektorin und ich. Dennoch: Hatte sie mich nicht freundlichst ermutigt, weiter zu schreiben? Hatte sie! Bereits während des Dialogs mit dem Verlag, der sich über Monate hinzog, entstanden zwei weitere Geschichten, und als ich fünf oder sechs zusammen hatte, startete ich erneut mein Verlags-Bombardement. Damals bekam ich noch handgeschriebene Absagen, die voll des Lobes waren – aber leider: „Passt nicht ins Verlagsprogramm!” Trotzdem versuchte ich es immer wieder.
Irgendwann fiel mir auf, dass meine Pupsprinzessin mehr als einmal beim Zurücksenden meiner Manuskripte vornehm übersehen wurde. Da ich diesen Umstand als Kompliment verbuchte, beschloss ich, nicht weiter nachzuhaken. Als ich vor wenigen Tagen auf die Idee kam, meine Pupsprinzessin zu googeln, nachdem der vive!verlag sie ins Netz gehängt hatte, musste, konnte, durfte ich feststellen, dass es da … uups … noch eine weitere Pupsprinzessin gab! Und sie duftet auch! Also
… wenn das kein Kompliment ist!
Och nö…
OCH NÖ … – das sind Geschichten und Gedichte, die es in sich haben. Ikos Buch steckt voller Ideen und Überraschungen, seine Kurz-Geschichten sind intelligent und witzig erzählt, mit liebevoll flapsigem Humor.weiter lesen »
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