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geht’s noch?

von Daniel Oliver Habenicht 25 September 2009 No Comment
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Daniel Oliver Habenicht

Afghanistan ist ein geschundenes Land. Warum? Afghanistan gehört leider zu den vielen Ländern dieser Erde, die von Hinterstübchenräten stets aus strategischem Kalkül zu irgendeinen Zweck missbraucht werden. Und das anscheinend ohne die Menschen und ihre Kultur auch nur im Ansatz zu respektieren. Überall auf der Welt, vielleicht auch in Deutschland oder Afghanistan, agieren Personen, mit denen man irgendwelche krummen Geschäfte machen kann. Solch fehlgeleitete Menschengeister repräsentieren jedoch in den seltensten Fällen – wenn überhaupt – das Gros ihrer Gesellschaft. Das viele Geld, welches dann bei solchen Geschäften fliesst, kommt in ebenso wenigen Fällen der Bevölkerung zu gute. Die Taliban beispielsweise wurden erst von den Russen finanziert, später von den USA. Doch schon bei den ersten Übergriffen dieser Taliban mussten afghanische Polizisten feststellen, dass es sich bei den ‘Gotteskriegern‘ überhaupt nicht um Afghanen handelt. Eingekaufte Söldner aus aller Welt, eher im Auftrage des schnöden Mammon denn für irgendjemandes Gott. Da frage ich mich, wer da was mit wem unter welchem Namen ausgeheckt hat. Und was denkt sich der gemeine Informationsgesellschafter mit deutschem Migrationshintergrund wenn er sich allabendlich vor seinem staatlich zugesicherten Demokratieinstrument setzt und den wohlverdienten Feierabend mit deutscher Braukunst flutet? ‘Die Afghanen sind gefährlich für uns. Die kommen schon mit Plastiksprengstoff zur Welt oder haben ihn spätestens mit der Muttermilch aufgesogen, mindestens aber seit der vierten Klasse immer auf Tasche‘ So oder so ähnlich mag die Expertise lauten. Was soll das? Leben wir nicht in einer Informationsgesellschaft? Selbst wenn: Informationen, mit welchem Sachgehalt auch immer, kann mensch nicht essen. Das könnte zumindest ein Grund sein, warum wir überwiegend auf fremden Kontinenten Rauben und Morden, jetzt auch mit der Lizenz zum Angriff. Für mich ist das Maß an Gewalt und Schrecken jedoch schon lange voll. Ich kann das Gerede vieler Politik- und Pressevertreter nicht mehr ertragen. Die deutschen Interessen werden am Hindukusch verteidigt – Geht’s noch? Gibt es deutsches Bier, deutsche Autos oder Fussball am Hindukusch? Von welchen Interessen welcher Deutscher ist hier die Rede? Da haben sich anscheinend wieder mal Leute von irgendwo auf der Welt zu krummen Geschäften getroffen. Hier in Deutschland jedenfalls werden Seminare für gewaltfreie Kommunikation angeboten, hier gibt es Frauenhäuser und sonntags die ”Frohe Botschaft” in der Kirche. Hier wird an Weihnachten für Bedürftige gespendet und alten Frauen über die Straße geholfen. Hier will keiner für Hindukusch-Interessen töten oder gar sterben! Natürlich braucht unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem fremde Ressourcen. Aber nicht geklaut oder mit Gewalt, Intrigen und Korruption erschlichen. Deutschland kann mehr, las ich kürzlich auf irgendeiner Volksvertreter-Propaganda-Pappe. Auch wenn ich dem spontan beipflichten will, habe ich das dumpfe Gefühl, damit etwas anderes zu meinen. Vielleicht sogar ein anderes Deutschland. Ja, auch ich denke, wir können mehr; auf jeden Fall aber können wir auch anders.

auf denn
D.

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